Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutzkonzept des Marktes Langquaid
Technischer Umweltschutz - Kupfer
Das Schwermetall Kupfer wird immer mehr zum Problemfall für viele Gemeinden. Kupfer findet insbesondere Verwendung auf dem Bausektor (Kaminverblendungen, Dachrinnen usw.). Toxische (giftige) Kupferionen werden im Außenbereich durch den sauren Regen aus den Kupferblechen und –rinnen herausgelöst. Sie gelangen anschließend bei Abwassertrennsystemen in die Kanalisation und das daran anschließende Oberflächengewässer (Bach, Fluss). Im Fall von Mischsystemen bei der Abwasserentsorgung gelangen die toxischen Kupferionen in die gemeindliche Kläranlage.
Die gemeindlichen Klärschlämme wurden in den vergangen Jahrzehnten zumeist von den Landwirten auf deren Äcker ausgebracht. Aufgrund der steigenden Belastung der kommunalen Klärschlämme mit Schwermetallen (s. Link zur Graphik), hormonähnlichen Substanzen, Antibiotika usw. weigern sich Landwirte im zunehmenden Ausmaß die kommunalen Klärschlämme abzunehmen. Zu dieser Weigerung werden sie auch von den Abnehmern ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse und vom Gesetzgeber gezwungen.
Können die kommunalen Klärschlämme nicht mehr auf die landwirtschaftlichen Böden ausgebracht werden, steigen die gemeindlichen Kosten für ihre anderweitige Entsorgung um ein Vielfaches an. Diese höheren Kosten muss dann wiederum jeder Privat-Haushalt der Gemeinde tragen, auf den die Entsorgungskosten durch die Abwassergebühr umgelegt werden. Ziel jeden Bürgers und jeder Gemeinde sollte es also (zusätzlich zum ethischen Aspekt der Umweltvorsorge) sein, die Abwässer und damit den Klärschlamm möglichst gering mit diesen kritischen Stoffen zu belasten. Der Markt Langquaid hat daher 2004 beschlossen, einen dringenden Appell an die Hausbesitzer zu richten, auf die Verwendung von Kupfer im Außenbereich zu verzichten.
Zum (teuren) Kupfer gibt es etliche, qualitativ hochwertige und z. T. auch kostengünstigere Alternativen. Informieren Sie sich hierzu beim ihrem zuständigen Fachbetrieb, Fach- oder Umweltverbänden.
Wichtiger Tipp : Jeder Gartenbesitzer, der z. B. seine Gemüsebeete mit selbst gesammeltem Regenwasser gießt, sollte dringend darauf achten, dass auf seinem Dach kein Kupfer Verwendung findet. Er würde seine Pflanzen und sich selbst nur unnötiger Gefährdung aussetzen. Welche biologische Toxizität Kupfer hat, kann auf jedem Dach mit kupferner Kaminverkleidung sehr anschaulich festgestellt werden. So sind alle Dachziegel, die im Ablaufbereich des mit Kupfer verkleideten Kamins liegen, absolut algenfrei (kein grünlicher Belag). Auf den anderen Dachbereichen ist hingegen ein leichter grünlicher Schimmer durch (vollkommen harmlosen und natürlichen) Algenbewuchs festzustellen.

